Aktuelle Herausforderungen erfordern innovatives Denken

Die Umstände waren sicher schon mal besser. Die instabile Wirtschaftslage führt oft zu neuen Ausprägungen der Strategien vieler Unternehmen, sofern sie denn überhaupt in der Lage sind, angesichts dieser komplexen Situation zu agieren und nicht nur zu reagieren.

Ganz ähnlich gestalten sich auch die Herausforderungen an die Führungskräfte der Organisationen, welche sich auf die zunehmende Unsicherheit und Intensivierung des Wettbewerbs einstellen müssen. In den meisten Fällen heißt das: weniger ist mehr.

Das mittlere und das Top Management sehen sich meist Problemen gegenüber, für die es keinen klaren Lösungsansatz gibt. Erfolg setzt aber voraus, dass sich Entscheidungsträger gezielt den Innovationen widmen und neue Denkansätze im Unternehmen kultivieren. Das Selbstverständnis, welches Organisationen von sich haben, muss sich den neuen Umständen anpassen.

Historisch betrachtet hat das Training von Führungskräften die Problemlösungskompetenz stark vernachlässigt. So wurde nicht selten die Theorie vertreten, dass jedes Problem mit einer einfachen Lösung zu beseitigen sei, die Kunst bestünde nur darin, die richtige Lösung innerhalb eines akzeptablen Zeitfensters zu finden. Das “Flickschusterei” das Problem nur kurzfristig oder gar nicht beseitigt ist inzwischen hinreichend bekannt.

Die betroffenen müssen sich dann oft fragen lassen: Was hast Du Dir nur dabei gedacht? Dabei müßte man vielmehr fragen: Wie hast Du dabei gedacht?

Eines meiner 10 Prinzipien des Managements ist systemisches Denken, nämlich komplexe Interaktionen auf struktureller, technischer, politischer und personeller Ebene zu erkennen und zu analysieren. Systemisches Denken etabliert eine neue Perspektive, und erlaubt es Managern und Führungskräften das große Ganze besser zu verstehen. Auf diese Weise werden kluge und dauerhafte Lösungen für Probleme gefunden.

Unsere Arbeitsplätze haben sich in den letzten dreißig Jahren enorm verändert. Sie sind schnellebig geworden, wir sind einem Informationsüberluss unterworfen und stehen ständig unter Strom (glücklich ist, wer das spätestens an der Wohnungstür ablegen kann). Gekennzeichnet ist diese Tendenz von der Tatsache, dass, dominiert von der Orientierung an Werten und Zielen, oftmals das Wichtige durch das Dringliche verdrängt wird.

Damit verbunden ist eine der größten Hindernisse systemischen Denkens, nämlich die ungebremste Geschäftigkeit. Vertieft im Sumpf der unendlich vielen Details unserer Existenz ist es nicht schwer, das große ganze aus dem Blick zu verlieren. Das Management ist gefordert, Einfachheit, Klarheit und Sicherheit in einer flüchtigen und komplexen Umgebung zu schaffen.

Vor einigen Jahren, beispielsweise, konnte ich einen Kunden helfen zu erkennen, dass die Lösung zur Bekämpfung schlechter Recruiting-Ergebnisse nicht in der Zentralisierung der internationalen Bemühungen liegt. Als er das große Bild vor sich sah, konnte eine Recruiting-Infrastruktur geschaffen werden, die es erstmals ermöglichte, lokale Talente und hochspezialisierte Fachkräfte für die jeweiligen Standorte zu gewinnen. Das wurde durch systemisches Denken erreicht, weil wir endlich begannen, Beziehungen zu betrachten. Daraus resultierten Muster für nachhaltige Veränderungen und kontinuierliche Verbesserungen.

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