Ist es möglich, eine nahezu flächendeckende Verbreitung einer SOA in allen größeren und mittleren Unternehmen, Regierungorganisationen und anderen Institutionen bis 2010 zu erreichen? Das SOA Consortium glaubt daran.
Das SOA Consortium, welches Anfang diesen Jahres ins Leben gerufen wurde, wird von Endbenutzern, Service Providern und Herstellern getragen, um eine größere Akzeptanz und Verbreitung einer Service-orientierten Architektur zu unterstützen. Zu den Hauptsponsoren gehören, BEA Systems, Cisco Systems, IBM und die SAP AG. Momentan sind etwa 17 sog. Practitioner Members aktiv, darunter American Red Cross, AT&T, General Services Administration und Hewlett-Packard, die eine frühe, experimentelle Ausrollung einer SOA in ihrem Unternehmen schultern können und dabei von dem Consortium unterstützt werden.
Das Consortium wird von der Object Management Group (OMG) verwaltet aber als eigenständige Einheit verstanden, versichert Jon Siegel, Vizepräsident von Technology Transfer der OMG. Siegel gab eine Präsentation auf der dritten Service Oriented Architecture for E-Government Conference am 1. und 2. Mai, die sowohl von der US-regierungsnahen CIO Council’s SOA Community of Practice und Mitre (McLean, Virginia), organisiert wurde.
Wie viele Sprecher auf der Veranstaltung richtig betonten, ist SOA keine Technologie, sondern ein Ansatz für Business Agility (der Fähigkeit, schnell auf Marktveränderungen reagieren zu können), der es Unternehmen ermöglicht, größere Interoperabilität und Interaktivität innerhalb und zwischen Organisationen zu erreichen. Das SOA-Consortium ist eine zeitlich begrenzte Unternehmung, die bis zum Jahr 2010 bestehen, ihre Arbeit danach aber einstellen wird.
Viele Führungskräfte nehmen SOA als eine Art Disziplin zur Integration ihrer Informationstechnologie war, dabei gehe es wirklich nur um Business Agility, betonte Siegel. Das Consortium ist davon überzeugt, daß die Mitglieder und seine Practitioner nur durch eine breite Community in der Lage sind, den Erfolg von SOA zu maximieren.
Das SOA Consortium spricht nicht die Entwickler in ihren Büro an, sondern jene in den höchsten Positionen im Unternehemen, die den Trend nach unten in das Unternehmen tragen
sagt Siegel. So will die Gruppe sich auch auf Business und IT-Analysten und Projektmanager konzentrieren. Sie erwartet, daß sich damit eine SOA-Philosophie bis in die Köpfe der Entwickler ausbreitet.
Dazu fokusiert das Consortium drei Themenbereiche:
- Business-driven SOA: Sensibilisierung der Führungskräfte für die Notwendigkeit, Kosten, Wertschöpfungen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren für eine SOA. Dazu sollen insbesondere CIO-Summits und Case Studies herangezogen werden.
- Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit durch SOA: In diesem Bereich sollen besonders Geschäftsleute in den mittleren Ebenen mit Modellen, Methoden und Werkzeugen vertraut gemacht werden, um zum einen ihre SOA-Ziele zu erreichen und zum anderen die Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens zu steigern. Das soll durch sog. Leadership Conferences erreicht werden.
- Etablierung einer Business-driven SOA: Das Ziel ist, Architekten und Entwicklungsmanagern die Entwicklung, den Übergang in und die Unterstützung einer praktischen SOA zu ermöglichen. Dazu sollen Practitioner Workshops un Open Practitioner Foren veranstaltet werden
Bis 2010 möchte das SOA Consortium erfolgreiche SOA-Implementierungen in 75% der weltweit größten 1.000 Unternehmen und Regierungsorganisationen sehen, während für mittlere und kleinere Unternehmen ca 50% avisiert werden.
graegerts